(Foto: M. Schürholz)

Handball - Färöer für die nächste EM bzw. WM qualifiziert

Auch im kommenden Winter dürfen wir uns wieder an den färöischen Handball-Nationalmannschaften und ihren erfrischenden Fans erfreuen. Während die Damen bereits im April ihr EM-Ticket lösten, qualifizierten sich die Herren am letzten Samstag – selbst ohne ihren verletzten Superstar Elias Ellefsen á Skipagøtu – zum ersten Mal für eine WM. Diese wird vom 13. bis 31. Januar 2027 in Deutschland ausgetragen. 

Die Damen hatten es in ihrer Qualifikationsgruppe mit Montenegro, Island und Portugal zu tun. Es gelang ihnen, beide Spiele gegen Island zu gewinnen – gegen den Gegner also, gegen den sie bei der letzten WM in der Hauptrunde in Dortmund den Kürzeren gezogen hatten. Da auch Portugal daheim in der neuen Handballhalle við Tjarnir geschlagen werden konnte, reichte es hinter Montenegro zu Platz 2 und somit zu einer erneuten EM-Teilnahme. Die EM findet vom 3. bis 20. Dezember 2026 in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei statt. Die Gruppenauslosung wurde bereits am 16. April vorgenommen. Die Färöer werden zunächst gegen die Ukraine, dann gegen Frankreich und zum Schluss gegen Mitausrichter Polen spielen. Alle Gruppenspiele finden im polnischen Kattowitz statt.  

Die finale WM-Qualifikation der Herren bestand lediglich aus einem Hin- und Rückspiel gegen Bosnien und Herzegowina, da die Färöer aufgrund ihrer erfolgreichen Teilnahme bei der EM 2026 gesetzt waren. Eigentlich eine lösbare Aufgabe, doch das Fehlen des Spielmachers Elias Ellefsen á Skipagøtu, der wegen einer Langzeitverletzung nicht zur Verfügung stand, ließ das Vorhaben ungleich schwerer erscheinen. Vor allem dank einer überragenden Leistung von Torhüter Pauli Jacobsen, der in der ersten Halbzeit über 50 % aller Bälle hielt, gewannen die Färöer das Hinspiel in Tuzla vor 3.000 enthusiastischen bosnischen Fans mit 24:22. 

Vor einer ebenso großartigen Kulisse fand am Samstag in Tórshavn das Rückspiel statt. Zur Pause (15:17) war der knappe Vorsprung verspielt. Doch dank einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit gewannen die Färöer die Partie am Ende mit 33:28 und machten damit die historische erste WM-Teilnahme perfekt. Bester Werfer war wie im Hinspiel Hákun West av Teigum (Füchse Berlin) mit jeweils 11 Treffern. Das Publikum in der restlos ausverkauften Halle, in der die Herren-Nationalmannschaft nach wie vor ungeschlagen ist, war völlig aus dem Häuschen. Die färöischen Fans werden uns hier in Deutschland mit ihrer sympathisch-fröhlichen Art gewiss genauso erfreuen wie Anfang 2024 bei der EM-Gruppenphase in Berlin. 

Die Auslosung für die Herren-WM 2027 ist für den 10. Juni angesetzt. Auf die Frage, wo man am liebsten spielen wolle, gab es färöische Stimmen, die ganz klar für Kiel plädierten. Denn dann könnte man die Norröna – wie während der diesjährigen EM-Gruppenphase in Oslo – vielleicht erneut „zweckentfremden“ und sie ca. 1.000 Schlachtenbummlern ein weiteres Mal als „schwimmendes Hotel“ anbieten. Schön wär's! 

Hjartaliga til lukku, Føroyar! 

(Martin Schürholz)