Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Misshandelter Hund adoptiert

Tier war halbverhungert

mh - Als Sára und ihr Freund sich zusammen ein Haus kauften, dauerte es nicht lange, bis sie sich für einen zweiten Hund entschieden.

Dieser Hund bekam eine zweite Chance im Leben (Bild: www.jn.fo)Dieser Hund bekam eine zweite Chance im Leben (Bild: www.jn.fo)

Sára ist eine große Tierfreundin und hatte sich schon lange einen Zweithund zu ihrer Hündin gewünscht, doch die Umstände in ihrer kleinen Wohnung ließen es bisher nicht zu. Das Paar war sich einig, dass es ein ausgewachsener Hund sein sollte, denn Sára glaubt, dass es für erwachsene Hund oft viel zu schwer ist, ein neues Zuhause zu bekommen, das sie so sehr brauchen.

Der Tierschutzverein hatte die Information erhalten, dass es einem Hund bei sich zuhause nicht gut erging. Der Verein setzte sich mit der Halterin des Hundes in Verbindung mit dem Ziel, dass diese ihnen das Tier überließ, da es dem Verein selbst nicht erlaubt ist, Haltern die Tiere wegzunehmen. Es dauerte nicht lange, und die Frau übergab den Hund.

„Die Vorbesitzerin war psychisch sehr krank und wusste nicht, wie schlecht es dem Hund aufgrund der Haltungsbedingungen ging. Das konnte sie nicht erkennen“, sagt Sára.

Sie erklärt, dass die Vorbesitzerin nicht in der Lage war, sich um den Hund zu kümmern. Er war ständig angebunden und bekam entweder wenig oder gar nichts zu essen. Als Sára den Hund bekam, war er sechs Monate alt und halbverhungert. Auch war nie mit ihm ausgegangen worden und er hatte keine Bewegung bekommen oder seine Umwelt um sich herum erlebt.

„Er hatte keinerlei Erfahrungen gemacht, war nicht stubenrein, hatte Verlassenheitsängste und war völlig durch den Wind, wenn wir hinausgingen. Es war wirklich sehr traurig“, sagt Sára.

Der sechs Monate alte Hund zog dann zu Sára, ihrem Freund, der Hündin, den Katzen und Hühnern, die draußen wohnen. Sára wandte sich an einen Tierpsychologen, da es dem neuen Familienmitglied so schlecht ging, dass sie sich nicht sicher war, wie sie ihm helfen konnte.

Da Sáras neuer Hund so ausgehungert war, als sie ihn bekam, hatte er keinerlei Kontrolle über sich, wenn er Essen sah.

„Er aß und aß, bis er sich übergab und aß dann weiter. Er stahl auch das Futter von der Hündin, wenn es ihm gelang. Er stand sogar auf dem Küchentisch, wenn ich Essen kochte, weil er nicht wusste, ob oder wann er je wieder zu essen bekommen würde. Es war auch schwer für mich, da der Hund krank wurde, wenn er erbrach und Magenschmerzen bekam“, sagt sie.

Inzwischen ist er ruhiger geworden, wenn es um Essen geht. Dennoch verträgt er nichts anderes als Hundefutter, und er bekommt Bauchweh, wenn er etwas anderes isst. Sára glaubt, dass es durch die schlechte Behandlung bei seiner früheren Halterin kommt.
Es ist jetzt gut ein Jahr her, dass Sára den vernachlässigten Hund bekam. Heute kann man schwer erkennen, dass dieser Hund jemals schlecht behandelt wurde.

„Ich habe ihn jetzt seit über einem Jahr, und er ist völlig verändert. Er ist lieb, sanft, gehorcht gut und kann alles, wozu er in der Lage ist“, erzählt sie.

Sie glaubt, dass es einen Unterschied ausmachen kann, wie schnell ein Fortschritt zu erkennen ist, wenn Hunde Vernachlässigung und Schmerz erfahren haben. Der Grund, dass er sich so schnell und gut erholte, glaubt sie, ist, dass er in seinem alten Zuhause nicht verprügelt oder geschlagen wurde, sie genug Zeit hatte, sich um ihn zu kümmern und einen Hund der gleichen Art hat, mit der sie sich auskennt.

„Es steckt immer noch ihm, dass er angebunden war, und deshalb benötigt er weniger Platz, wenn er alleine ist, aber glücklicherweise hatte er nie Gewalt erfahren, denn Gewalt setzt einem Hund wirklich zu“, sagt sie.

Die Vorbesitzerin hat mehrmals versucht, sich mit Sára und dem Hund in Verbindung zu setzen.

„Sie kontaktiert mich ständig, und sie hat den Hund auch unter Aufsicht getroffen, doch der Hund beachtet sie nicht und zeigt keinerlei Interesse an ihr. Ich habe es jedoch nicht zugelassen, dass sie sich ohne Aufsicht zusammen begegnen“, erklärt sie.

Der Hund hat jedoch keine Angst, wenn er seine frühere Halterin sieht, und Sára glaubt, dass der Grund dafür ist, weil sie intensiv mit ihm gearbeitet haben, damit er sich sicher fühlt. Auch hofft Sára, dass er etwas davon vergessen hat, was er früher erlebte.

„Ich möchte, dass er sich absolut geborgen fühlt, so dass das er sich darauf verlassen kann, dass ihm nichts geschieht, solange er bei mir ist. Ich hoffe, dass mir nie etwas passiert, damit er sich sicher sein kann, dass es ihm den Rest seines Lebens gutgeht“, sagt Sára.

Sára sagt schließlich, dass es ein positives Erlebnis war, solch ein Tier zu nehmen, und hätte sie nicht bereits zwei Hunde zwei Katzen und Hühner, so würde sie es gerne wieder tun.

„Es ist phantastisch den Unterschied an einem Hund zu sehen, von wo er kam und bis jetzt und was er werden kann“, sagt sie am Ende.

Sára ist ein Pseudonym, wir kennen ihren Namen. Ihr Name wurde in diesem Artikel anonymisiert, da sie Probleme mit der Vorbesitzerin des Hundes bekam, die sie in den sozialen Medien belästigt und ihr Leben und das des Hundes verfolgt. Deshalb wurde ein Pseudonym genommen, um sie und den Hund zu schützen.


29.05.2017

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