Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Kolibris auf den Färöern?

Seltener Gast zu Besuch

mh - Ein außergewöhnlich seltener Gast wurde zweimal am selben Tag auf den Färöern gesichtet. Er ähnelte einem sehr kleinen Vogel, vollführte einen auffälligen Schwirrflug und wurde deshalb für einen Kolibri gehalten.

Schmetterlinge sind seltene Besucher auf den Färöern (Bild: Jens-Kjeld Jensen)Schmetterlinge sind seltene Besucher auf den Färöern (Bild: Jens-Kjeld Jensen)

Es war jedoch kein Kolibri, den Heri Kallsoy in seinem Garten entdeckte, sondern ein Taubenschwänzchen, bei dem es sich um einen Schmetterling handelt. In dem kurzen Video), das er vom Taubenschwänzchen machte und veröffentlichte, glaubt man tatsächlich, einen Kolibri zu sehen.

Heri Kallsoy erklärt gegenüber in.fo: „Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben so etwas gesehen. Ich zweifelte überhaupt nicht, dass es sich um einen Kolibri handelte, bevor ich im Internet nachsah und herausfand, dass es ein Taubenschwänzchen war.“

Das Taubenschwänzchen wird im Färöischen Lítil drotningarfirvaldur (Kleiner Königinnenfalter) genannt und im Dänischen duehale (Taubenschwanz).

Jens-Kjeld Jensen hat ein Buch über Schmetterlinge auf den Färöern geschrieben und sagt, dass es außergewöhnlich ist, ein Taubenschwänzchen auf den Färöern zu sehen.

Er erklärt: „Dieser Schmetterling ist sehr selten auf den Färöern und wurde bisher erst viermal auf den Färöern gesehen. Er ähnelt einem Kolibri und hat einen langen Rüssel, mit dem er Nektar aus den Blumen saugt. Leute verwechseln ihn oft mit einem Kolibri, da er genauso fliegt.

Auch Birita Jarnskor in Syrðugøta sah ein Taubenschwänzchen, und zwar am selben Tag wie Heri Kallsoy. Damit nicht genug, dass Taubenschwänzchen zweimal am selben Tag gesehen wurden, so wurde auch ein weiterer Schmetterling einen Tag später gesehen. Es war ebenfalls ein mit dem Taubenschwänzchen verwandter Nachtfalter, vermutlich ein Labkrautschwärmer, der jedoch bereits sieben Mal auf den Färöern zu sehen war.

Es ist die sommerliche Hitze, die diese seltenen Schmetterlinge hoch in den Norden zieht. Normalerweise sind sie viel weiter südlich in Europa zu finden.

Jens-Kjeld Jensen erklärt augenzwinkernd: „In ganz Europa haben wir solch gutes Wetter, dass sie nach Norden kommen, um zu sehen, ob es hier ein guter Ort ist, sich niederzulassen. Doch sie werden enttäuscht, denn wenn sie auf die Färöer kommen, merken sie, wie kalt es hier ist. Also werden sie wohl nicht auf den Färöern bleiben.“

Das Taubenschwänzchen hat eine Flügelspannweite von 5-6 cm. Und wenn es nicht gerade wie ein Kolibri in der Luft schwirrt, sieht es einfach nur wie eine graue Motte aus.


12.08.2018

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