Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Strandwanderung in Saksun gebührenpflichtig

Pforte mit automatischer Bezahlungs- und Zugangskontrolle wird aufgebaut

ka – Noch vor der touristischen Hochsaison wird für eine weitere beliebte landschaftliche Attraktion eine Wandergebühr eingeführt. Die Wanderung in Saksun „út í Lógvi“ wird gebührenpflichtig.

„Zukünftig werden Wanderer für eine Wanderung raus an den Sandstrand bezahlen müssen. Es wird ein Zugangstor aufgestellt“, berichtet der Saksunbauer, Vorsitzender der Landeigentümer Saksuns, gegenüber dem KVF. „Die Touristen sind so viele geworden, es muss etwas passieren“.

Er berichtet, dass er im März draußen am Sandstrand war und dort zwei Gruppen vorgefunden hat, die beide jeweils eine Person dabei hatte, die als Touristenführer gekennzeichnet war. Touristenführer machen Touren kaum umsonst und es kann nicht sein, dass andere Menschen auf unserem Land ihr Geld verdienen und wir nichts davon bekommen.

Auf dem Land, welches auf dem Sandstrand durchquert wird, ist Lebensraum für 160 Schafe. Bei den zunehmenden Touristenmassen, die insbesondere in den Sommermonaten bei schönem Wetter an den Sandstrand wandern, werden die Tiere vermehrt beunruhigt, sodass sie mehr Energie verbrauchen.

Die Absperrungen des Gebietes werden ausgebaut und es wird „so schnell wie möglich“, spätestens aber Mitte Juni, eine Pforte aufgebaut, durch die Wanderer nur nach Zahlung einer Gebühr kommen. Da eine personelle Überwachung nicht machbar ist und auch zu teuer wäre, wird eine automatische Zugangskontrolle installiert. Passanten werden an der Pforte mit ihrer EC- und Kreditkarte die Gebühr bezahlen können und anschließend die Pforte passieren können. An Ausnahmeregeln für färöische Schulklassen werde noch gearbeitet, heißt es aus Saksun.

Bei einer spontanen, nicht repräsentativen Umfrage von KVF auf Facebook war eine Mehrheit von mehr als drei Viertel der Färinger gegen eine Wandergebühr für den Sandstrand. Bis zum 26.5.2019 um 23 Uhr gaben 1.800 ihre Stimme ab, das Ergebnis war: 23% Ja, für eine Wandergebühr, 77% Nein, gegen eine Wandergebühr.

Die Landeigentümer beraten schon länger darüber, was geschehen muss. Doch nun war vor der beginnenden Touristensaison der Druck da, etwas machen zu müssen, um auch etwas von dem Geld der Touristen abzubekommen.

Der Vorsitzende der Saksunbauern weist darauf hin, dass der Tourismus im vergangenen Jahr um 25% gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat und das Wachstum weiter anhält. Nun sei es an der Zeit, dass auch die Landeigentümer von dem Geld etwas abbekommen.

Die Höhe der Gebühr, die an der automatischen Pforte beim Zugang zum Sandstrand erhoben werden wird, steht indes noch nicht endgültig fest. Laut Vorsitzenden der Saksunbauern werde die Gebühr im Bereich zwischen 50 und 75 DKK pro Person liegen.


26.05.2019

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