Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.

Orkan stürmt über die Färöer

Hoher Sachschaden an Gebäuden und Schiffen

Selbst die Windmesser, die auf den einsamen Inseln zwischen Nordatlantik und Nordmeer viel gewohnt sind, mussten kapitulieren. Zahlreiche Windmesser wurden einfach umgeknickt vom Orkan, ebenso wie viele Laternen und Fahnenmasten.

Umgeknickter Sendemasten auf dem 413 m hohen Klakkur bei Klaksvík - die Windgeschwindigkeiten, die hier am Werke waren, können nur geschätzt werden (Bild: portal.fo)Umgeknickter Sendemasten auf dem 413 m hohen Klakkur bei Klaksvík - die Windgeschwindigkeiten, die hier am Werke waren, können nur geschätzt werden (Bild: portal.fo)

Mit einer mittleren Windstärke 115 km/h und schweren Orkanböen von bis zu 180 km/h wehte am Freitag und in der Nacht zum Samstag einer der bisher stärksten registrierten Orkane über die Färöer. Dabei beschädigte der Orkan viele Gebäude und Installationen.

Insbesondere der südliche Teil der Färöer war stark betroffen. Es wurden Dächer weggeweht, Mauern eingedrückt und Schiffe beschädigt. Auf Suðuroy gelang es einem Rentner gerade noch, sich rechtzeitig zu evaktuieren, bevor das Dach wegflog und die Mauern des Hauses einstürtzten. Ein Schiff wird derzeit vermisst. Seit Samstag lässt der Orkan allmählich nach, am Sonntag werden nur noch selten Sturmböen erwartet.

Auch im Viðarlundi (weiter Wald) in Tórshavn richtete der Orkan erhebliche Schäden an. Im Gundadalur stürtzten rund 100 Bäume um, im unteren Hoydálur rund 75 Bäume. Unter den umgestürzten Bäumen ist ein 60 Jahre alter Baum am Südende des Parks.

In den färöischen Bergen sorgte der Orkan für einen sehr starken Schneesturm. Die Windgeschwindigkeiten in den Bergen werden auf deutlich über 200 km/h geschätzt, kein Windmessgerät in den Bergen hat dem Orkan stand gehalten. Alle Bergstraßen waren bzw. sind vorübergehend nicht passierbar. Auf dem 413 m hohen Klakkur bei Klaksvík wurde der dortige Stahlsendemast mit Windmesser vom Orkan einfach umgeweht, als wäre es ein Streichholz. Dieser Mast steht dort seit 1999. Mit dem Ausfall dieses Sendemasten können die Nordinseln kein Radio und Fernsehen mehr empfangen. Auch auf dem südlichen Suðuroy gibt es vorübergehend kein Radio- und Fernsehenempfang mehr, weil der Sendemasten auf dem 458 m hohen Spirnarnir nördlich von Sumba umgeknickt ist.

Das Orkantief zieht nun nach Osten ab und sorgt auch an der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküsten sowie auf der Ostsee für starken Sturm. An der deutschen Nordseeküste wird für Sonntag Mittag die erste Sturmflut der Saison erwartet.

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