Deutsch-Färöischer Freundeskreis (DFF) e.V.
Färöische Nachrichten

Neues Buch von Jógvan Isaksen

Der fünfte Krimi mit William Hammer

mh - Jógvan Isaksen hat einen neuen Krimi mit dem Titel „Anathema“ geschrieben, der im Marselius Verlag herausgebracht wurde.

Jógvan Isaksens neuer Krimi mit William Hammer (Bild: www.in.fo)Jógvan Isaksens neuer Krimi mit William Hammer (Bild: www.in.fo)

Es ist der fünfte Krimi mit William Hammer, einem ehemaligen Kämpfer in Afghanistan und anderen Kriegsschauplätzen, und nun Polizist in der Abteilung Skansin, in der er von seinen beiden hitzköpfigen Kollegen Gunnleyg und Dejan unterstützt wird.

„Vom Haaransatz oben bis hinunter zum Kinn, und von einem Ohr zum anderen war alles weggeschnitten, und übrig war nur eine Maske aus Knochen und Resten schwarzen Blutes. Selbst die Augenhöhlen waren leer. Dieser Anblick an sich war schaurig, so dass es eine Weile dauerte, bis ich bemerkte, dass nicht ein Zahnstumpf im Mund war. Jeder einzelne Zahn war herausgezogen. Die Hände und Finger waren immer noch tätowiert, doch die Finger waren zu einem Drittel gekürzt.

Eines Freitag Abends sitzt William Hammer in einer Bar in der Hauptstraße und ein ungehobelter Mann aus Mykines schüttet sein Bier über ihn aus. William schlägt ihn zu Boden und ab dem Moment kommen die Ereignisse ins Rollen.

Ein russischer Mafiosi versucht, William zu töten und es ist schnell klar, dass die Ereignisse mit dem färöischen Export von Fisch nach Russland zu tun haben.“

Die Krimis von Jógvan Isaksen werden brutaler. Nicht nur seine Gegner gehen aufs Ganze, auch er geht nicht zimperlich mit ihnen um. So kann es schon einmal sein, dass er, wie im vierten Buch über William Hammer, „Heljarportur“ einem Mann den Bauch aufschlitzt, so dass die Gedärme heraushängen. Und es ist in Ordnung. Kollegen von der Polizei haben von weitem gesehen, dass er und seine Kollegin bedroht wurden, also ist es akzeptabel, dass er metzelt. Dass der Mann noch lebt und leidet wird hingenommen. Schließlich war er böse. Die brutalen Methoden, die die färöischen Polizisten in Jógvan Isaksens letzten Büchern anwenden, sind sehr fragwürdig. Verteidigt man so Gesetze? Es wird blanke Gewalt angewandt, es wird nicht mehr verhaftet, die bösen Buben werden nicht mehr dem Richter vorgeführt, denn „es passiert sowieso nichts“.

Schon im dritten William Hammer-Krimi „Hitt blinda Liðið“ wendet der Held extrem brutale Methoden an, um Gegner zu töten, sie verbrennen am Ende bei lebendigem Leib. Und wir erfahren im Band danach, in „Heljarportur“, dass auch das in Ordnung war und von vielen Menschen gutgeheißen wurde.

Was ist los mit Jógvan Isaksen? Möchte er einfach nicht mehr, dass man seine Bücher liest?

Sie sind abstoßend, und schrecken bestimmt nicht nur einen Leser ab.

Sein Held hat sich zu einem gewissenlosen, mehrfachen Mörder entwickelt. Will man so einen Helden haben?


26.11.2018

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